And as I watched the hours passing by,
clouds painting patterns on landscapes,
I thought: I want to create something,
something monumental.
And the final lines of the book I’ll never write
have been written long ago
and the monument shall exist in my mind,
an eternal imaginarium.Pei Rhantaos
Und dann Schiller.
Mit dessen Dramen ich einfach nicht ‘kann’, sie missfallen mir allesamt, allen voran ‘Kabale und Liebe’. Die Handlung ist - bei aller Zeitbezogenheit( wahlweiße -losigkeit) und allem Edlen, was eine gute stehende Schaubühne zu leisten vermag- eine einzige Seifenoper. Und die Sprache erschöpft sich in einem einzigen Satz, Ferdinand spricht ihn, “du bist blass, Luise” sagt er. Und nimmt doch darin schon den ganzen folgenden Dialog vorweg und überhaupt… Wollen wir gar nicht weiter darauf eingehen.
Denn es gab da einmal ein Gedicht, um ein Mädchen und Blumen ging es, so viel wurde erzählt in so wenigen Worten, und es gefiel mir, und ich vergaß aber: Wo ich es gelesen hatte, und vom wem es gewesen war. Und damals kam man noch nicht auf google. Aber ich fand es doch wieder, zufällig beim Bücher sortieren, in einer Hannah Arendt-Biographie war es abgedruckt gewesen, mit Hinweis auf die besondere Bedeutung des Textes für die Philosophin:
DAS MÄDCHEN AUS DER FREMDE
In einem Thal bei armen Hirten
Erschien mit jedem jungen Jahr,
Sobald die ersten Lerchen schwirrten,
Ein Mädchen schön und wunderbar.Sie war nicht in dem Thal geboren
Man wusste nicht, woher sie kam;
Und schnell war ihre Spur verloren,
Sobald das Mädchen Abschied nahm.Beseligend war ihre Nähe,
Und alle Herzen wurden weit;
Doch eine Würde, eine Höhe
entfernte die Vertraulichkeit.Sie brachte Blumen mit und Früchte,
Gereift auf einer andern Flur
In einem andern Sonnenlichte
In einer glücklichern Natur.Und theilte jedem eine Gabe,
Dem Früchte, Jenem Blumen aus;
Der Jüngling und der Greis am Stabe,
Ein jeder ging beschenkt nach Haus.Willkommen waren alle Gäste;
Doch nahte sich ein liebend Paar,
Dem reichte sie der Gaben beste,
Der Blumen allerschönste dar.Friedrich Schiller
Dies ist das zweite Gedicht, welches ich hier hertrug. Alle geliebten Gedichte sind zu finden über das Tag der rest ist lyrik.
Andreas liebte die Leere des Morgens, wenn er am Fenster stand, eine Tasse Kaffee in der einen, eine Zigarette in der anderen Hand, und auf den Hof hinausschaute, den kleinen, aufgeräumten Hinterhof, und an nichts dachte als an das, was er sah.
Andreas ist Lehrer, eigentlich Schweizer, aber seit 18 Jahren lebhaft in Paris. Dort geht alles seinen gewohnten Gang, man erfährt eigentlich kaum etwas über den Protagonisten, er wirkt leicht beliebig. Nach und nach erfährt man das ein oder andere Detail, man lernt verschieden Frauenfiguren, die größere oder kleinere Rollen im Leben des Protagonisten spielen, kennen.
Darüber hinaus begibt sich Andreas auf eine Reise in sein altes Heimatdorf, in seine Vergangenheit. Man könnte pathetisch sagen: um mit ihr abzuschließen, um in der Gegenwart anzukommen.
Er küsste sie. Sie sagte, der Ort deprimiere sie jetzt schon, sie wisse nicht weshalb.
Keine großartige Handlung, und auch die Sprache ist nicht sonderlich exaltiert, sie gleitet unaufgeregt dahin wie ein Segelboot bei leichter Brise. Und das ist es vielleicht, was mich dem Buch trotzdem etwas abgewinnen lässt; dass die Sprache dahingleitet, manchmal lakonisch, dass sie sanft die sommerlichen, teils leicht melancholischen, Begebenheiten umstreicht, so dass am Ende doch irgendwie ein Gewinn für den Leser entsteht, und sei es nur die Erkenntnis, dass man sein Leben nicht so gleichgültig passieren lassen will wie es der Protagonist tut.
Er nahm die Kassette aus dem Gerät. Er stieg aus und ging zu dem kleinen Toilettenhäuschen, um sich das Gesicht zu waschen. Die Kassette warf er in eine Mülltonne, auf der in vier Sprachen Danke stand.
Kein Buch, das ich sofort weiterempfehlen würde, aber ein Buch, das man ohne weiteres gelesen haben kann, vielleicht an einem heißen Sommertag, an dem man sonst nicht viel zu tun hat. Darüber hinaus jedoch erschöpft sich sein Wert alsbald.
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Die Wahrheit ist konkret, ich atme Steine.
Heiner Müller, Traktor