Ich muss mal sagen, da läuft irgendwie was enorm falsch. Manchmal auch richtig, aber auffallen tut das, was falsch ist.
Die Unschärfe nämlich. Oder sagen wir mal allgemein: die Schärfe. Schärfentiefe, Tiefenschärfe. Ja ich fang jetzt nicht von Citizen Kane an, oder doch, das ist doch ein gutes Beispiel, weil es klappt. Irgendwie pure Form, und dann doch wieder nicht, Aufmerksamkeitslenkung durch Schärfentiefe.
Bei 3D haben sie da aber irgendwie nicht dran gedacht. Dass man dann nicht durch Schärfe oder Unschärfe Aufmerksamkeiten und Augenmerke legen kann. Wenn mir die Brille auf meiner Nase suggeriert, dass das, was vor mir ist, plastisch ist, dann darf da ein Objekt, das im Vordergrund ist, nicht unscharf sein. Weil mein Hirn dann gerne scharf stellen will darauf, und es geht nicht, weil es ja optisch unscharf gemacht wurde, und nicht unscharf erscheint, weil es außerhalb meiner Beachtung liegt. Das geht bei zweidimensionalen Filmen problemlos, dass ich mich durch die Schärfen lenken lasse, aber bei dreidimensional sein wollenden Filmen geht es nicht.
Und dann Tilt-Shift-Objektive. hier, in diesem Video:
Auf Photos funktioniert das, Zürich kann aussehen wie eine Modellbauversion seiner selbst, Aber im Film hört es dann auf, wenn die kleinen Modellbaumännchen in die Unschärfe laufen. Irgendwie möchte ich den Machern zurufen: Ja ganz nett, und Formfetischismus ist eine feine Sache, aber es muss gekonnt sein.
Und dann gibt es zum Glück el secreto de sus ojos, dazu folgender Satz, den ich einst als Quintessenz des Films notierte: Unschärfe als Formprinzip, Wahrnehmung ist ein fragiles Ding.
Es funktioniert, die Unschärfe funktioniert, noch mehr: sie geht einher mit dem Inhalt, der Unklarheit, die herrscht. Beides ist unabdingbar miteinander verwoben, der Inhalt und seine Form. Manchmal klappt es eben doch, zum Glück.
in dem film geht es um einen jungen der mit seiner mutter in so nem camp ist und der junge lehrnt glaube ich ein mädchen kennen und die mutter von dem jungen gibt im die ganze zeit rat schläge und dan haben sie sex
Jenny ist 16, in ihrer Familie dreht sich alles nur um sie, oder eher: darum, dass sie in Oxford studieren kann nach der Schule. Der Vater trimmt sie darauf, mit einer gewissen Strenge, aber trotzdem ist er ein netter, ziemlich verständnisvoller Kerl. Die Mutter darf ab und an auch mal ihre eigene Meinung sagen. Am Ende wollen beide natürlich sowieso nur das Beste für das Kind.
Und das ist nicht der Klassenkamerad Graham, den sie deswegen auch ziemlich kalt abservieren beim Kaffee trinken. Aber Jenny hat ja sowieso den schon etwas älteren David kennen gelernt, oder eher er sie, und da er höflich ist und charmant lässt sie sich von ihm ausführen und verliebt sich in ihn, und er ist wohl auch in sie verliebt. Sie lässt sich von ihm ziemlich ausstaffieren und von ihm und seinen Freunden für ihre Intelligenz bewundern. Zu ihrem 17. Geburtstag spendiert der werte Herr dann auch glatt noch eine Reise nach Paris.
Natürlich kann nicht alles perfekt sein, auch wenn es so scheint, aufgrund der Verlobung schmeisst Jenny die Schule (entgegen dem Rat ihrer Lehrerin und der Rektorin), und dann kommt es natürlich doch zum Eklat.
Und das Kindchen kehrt reumütig in den Schoss des Bürgertums zurück und erkennt, was wirklich wichtig ist, nämlich Oxford. Dann bekommt man ein paar weise klingende O-Töne zu den letzten Bildern, und Ende gut, alles gut.
Ja, ohne Zweifel, die Kostüme sind ganz nett, die Schauspieler ebenfalls; Aber:
Die Charaktere sind unglaubwürdig und überzogen und überhaupt; was bitteschön will der Film uns eigentlich sagen? Dass es nicht um den «Unmenschen» David geht, ist klar. Jenny ist die Hauptfigur, alles schön und gut. Coming of Age, der Titel, An Education, verspricht uns ja nichts anderes als einen Lernprozess.
Wenn es denn wenigstens ein Lernprozess wäre. Irgendwann spricht Jenny ein paar kluge Worte: Das man nämlich auch ein Leben brauche, auch Spass – verwirft das dann aber am Ende alles wieder. Und überhaupt. 1961 soll der Film spielen. Damit man als Ausrede sagen kann, «ja damals war es eben so»? Wenn das wenigstens schlüssig im Charakter der Jenny transportiert würde – wird es aber nicht. Denn dafür, dass sie ja doch eher unerfahren ist, und aus behütetem bürgerlichem Elternhaus stammt, dafür geht sie vielleicht doch etwas zu selbstbewusst mit ihrer Sexualität um. Und weiss ab dem Gespräch mit David, nachdem er und sein Freund eine historische Landkarte klauten, dass er ein Blender ist, und wenn sie doch so gewitzt und klug ist, warum wirft sie die «Entdeckung» am Ende (die eigentlich gar keine ist, sondern eher eine weiter Facette im Charakter Davids) so sehr aus der Bahn? Wenn es darum ginge, dass das Mädchen durch die ganze Geschichte mit David geprägt wird, dann würde sie das doch irgendwie in ihren Werdegang integrieren. So gibt es eine halbgare Konfrontation, und dann gibt sich Jenny geläutert und negiert quasi alle Errungenschaften. Sie setzt sich hin und lernt und lernt und am Ende geht es auf nach Oxford. Und die 60er Jahre sind am Ende eben irgendwie nur Kulisse.
60er Jahre aber! Betrachten wir doch mal die. Denn damals präsentierte man uns weitaus überzeugendere Frauen im Film. Es geht ganz und gar nicht um strahlende Heldinnen, sondern um realistische Werdegänge, Darstellungen, Charaktere. Nehmen wir das Paradebeispiel Holly Golightly. Sie ist sicherlich nicht frei von Fehlern. Und lebt doch in gewissem Masse ein selbstbestimmtes Leben. Dass sie damit nicht immer glücklich ist, sieht man im Film. Aber eben auch eine Art Werdegang, und am Ende – ja am Ende artet alles in überbordenden Kitsch aus, mit Happy End und Küssen im Regen. Aber es ist und bleibt doch irgendwie konsistent, und wir haben Moon River, das sich durch den ganzen Film zieht und am Ende nochmal bombastisch alles kulminiert. Und das Ende ist am Ende vielleicht gar nicht so sehr als ganz und gar realistisch zu sehen, vielmehr visualisiert es die Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit und Romantik, die von Paul kurz zuvor, im Taxi, noch als das wahre Ziel eines Menschen klassifiziert wurde. Lieber also Breakfast at Tiffany’s als dieses pseudo-nostalgische Filmchen ohne Aussage.
Oder natürlich, wenn man schon bei Frauendarstellung im Film ist, dann Das Schweigen von Ingmar Bergmann (und es geht hier nicht um eine damals skandalöse Masturbationsszene). Der Schein einer realistischen Darstellung wird hier rein formal schon nicht mehr aufrecht erhalten (alleine die Hotelflurszenen sprechen für sich), es geht um Innenwelten, um Zwischenmenschlichkeit, um Kommunikation oder eher die Abwesenheit einer solchen, um das Schweigen, um das innere Schweigen vor allem. Und der Film generiert seine Narration nicht aus seiner Entstehungszeit, natürlich sieht man es den Kostümen an, aber die Inhalte sind zeitlos, und von einer Relevanz, die den Film auch noch heute sehenswert machen. Von der Ästhetik der Kamera und der Montage, die überragend ist, ganz zu schweigen.
das sind betrachtungen, seine filme. nie aber entwicklungen.
das ist wie in zement gegossen;
der film, wie er die inhalte betrachtet.
und wenn es wirkt, dann der zuschauer – gelähmt, verstört, beeindruckt;
wie in den kinosessel zementiert.
auch die kamera, ja; so ruhig wie sie immer steht, beobachtet, unerträglich lang wird das
manchmal, oftmals, denke man nur an caché.
es ist äußerst faszinierend, wie man das schafft, allein durch den verzicht
auf opulenz, sozusagen.
aber hanekes filme sind starr. kein luftzug geht da hindurch.
wir fixieren uns an einem punkt und starren auf das, was hinter uns liegt.
hallo angelus novus.
unabhängig von den inhalten der filme sind sie am ende doch irgendwie alle immer
eine variation auf dieses benjaminsche bild.
Als Oberst Landa mit einem Lächeln auf den Lippen ein Glas Milch für die Mademoiselle ordert, läuft dem Zuschauer ein kalter Schauer über den Rücken. Denn wir erinnern uns noch allzu gut an die Eröffnungsszene des Films, in der besagter Oberst den Bauern LaPadite befragt, und was sich der Oberst erbat war – ein Glas Milch.
Dieses Glas Milch, dass mehrmals, in Wort und Bild, seinen Auftritt in Tarantinos «Inglourious Basterds» (2009) erfährt, ist bei weitem nicht das erste Glas Milch der Filmgeschichte.
Da ist zum Beispiel das berühmteste, das in «Suspicion» (1941) nämlich, welches Carry Grant als Johnnie Aysgarth seiner Frau ans Bett bringt. Diese verdächtigt ihn, sie umbringen zu wollen, und das Glas Milch, dass der Gatte im expressionistischen Setting die Treppe hinauf zum Schlafzimmer trägt, leuchtet geradezu gespenstisch.
Im Interview mit Truffaut weist Hitchcock, dem wir diese Szene zu verdanken haben, dann auch dezidiert darauf hin, dass der Effekt durch eine Glühbirne in der Milch herbeigeführt wurde – damit der Zuschauer auch ja auf das Glas schaue und nicht auf den allzu angebeteten Darsteller. Man muss sich nur zu helfen wissen!
Aber auch in früheren Filmen setzte Hitchcock das Glas Milch ein. Wenn zum Beispiel in «The 39 Steps»(1935) der unschuldig Schuldige Richard Hannay mit der unfreiwillig an ihn gefesselten Pamela in einem Gasthaus Unterschlupf sucht, erbittet er ein Glas Milch für die Dame, in deren Begleitung er sich befindet. Dieses Glas Milch leert Hannay dann später, nach einem weiteren Disput mit Pamela, selbst; Die Lacher hat er auf seiner Seite.
Und dann wird in einem weiteren Film dem Milchglas eine geradezu philosophische Dimension hinzugefügt.
Xavier durchlebt ein Wechselbad der Gefühle in Cedric Klapischs «Les Poupées Russes» (2005). Und warum er sich hat dazu hinreissen lassen, nach Moskau zu fahren und dort das Modell Cecilia zu treffen, anstatt weiterhin in St Petersburg mit seiner Freundin Wendy zu bleiben – das weiß er plötzlich auch nicht mehr genau. In dem Moment nämlich, in dem er in einer Moskauer Disko auf der Tanzfläche steht, mit einem Glas Milch in der Hand, um welches ihn eben jene Cecilia gebeten hatte, die dann, während Xavier an der Bar stand, zufällig Bekannte traf und mit diesen über alle Berge verschwand. Und Xavier wird sich bewusst, welchen Fehler er mit seiner Fahrt nach Moskau begangen hat und steht nun im bunten Scheinwerferlicht und die Bässe stampfen und die Milch zieht Kreise.
Das Milchglas also lässt sich in den unterschiedlichsten Filmen unterschiedlichster Epochen und Genres wiederfinden, es scheint geradezu eine Faszination auszuüben auf Regisseure jeglicher Couleur. Und metaphorisch lässt es sich auch immer wieder unterschiedlich deuten – als Zeichen der Machtausübung in «Inglourious Basterds», als Sinnbild für den Verdacht der Ehefrau in «Suspicion», aber ebenso als sexuelle Metapher, gerade in der direkten Verbindung mit den oft angeführten Handschellen in «The 39 Steps». Und nicht zuletzt als Verbildlichung der Bässe in «Les Poupées Russes», die Wiederum als dem Herzschlag ähnlich klassifiziert werden, im O-Ton der Bilder.
Beim Lesen obiger Worte erinnerte ich mich an die Notizen, welche ich mir machte, zum Statischen im Theater, zur Möglichkeit des Statischen im Theater, auch betrachtet im Vergleich zu (anderen) Medien; Anstoß war eine Inszenierung von Camus’ Les Justes;
Drei Stunden ohne Pause dauert das Stück, als Theatergänger in Deutschland ist man dies vielleicht weniger gewöhnt, in Frankreich ist es normal. Hat man sich einmal darauf eingelassen, so wird es jedoch durchaus spannend; ganz abseits von der Handlung des Stückes (aber ich persönlich gehe auch nicht der Handlung, des Inhaltes, der Geschichte wegen ins Theater, zumindest nicht in Klassiker, und Camus’ Stück zählt in diesem Fall als Klassiker-): In der Absenz von Bewegung liegt eine ungemeine Faszination -
Die Inszenierung nun, von der ich spreche, verzichtete in weiten Teilen auf jegliche Art von Bewegung. Sie gab dem Text, dem Sprechen, den Figuren den größtmöglichen Raum;
Die Darsteller standen still, auch auf Mimik wurde weitestgehend verzichtet. Und sie sprachen ihren Text in den Raum;
Und doch war es ganz eindeutig Schauspiel, keine Lesung, kein Vortrag des Textes in verteilten Rollen. Auch wegen dem Raum, weil Theater eine Raumkunst ist, und von einer Präsenz lebt; einer unmittelbaren Präsenz;
Ich bin daher versucht, dem Theater die Möglichkeit des Statischen als Qualität zur Abgrenzung von anderen Medien zuzuordnen; These: Einzig das Theater hat die Möglichkeit des Statischen. Argument zum Ausschluss von anderen Medien: Sie sind immer nur entweder statisch (Photographie, Malerei) oder nicht statisch (Film) zu denken, es gibt nicht die Möglichkeit des Entweder-Oders, welche dem Theater gegeben ist.
[Dies ist kein abgeschlossener Gedankengang, bei Weitem nicht, es ist vielleicht erst ein Anfang. Am Ende mündet alles vielleicht wieder in eine Liveness-Diskussion, zumindest zeichnet sich das im Moment so ab in meinem Kopf. Eventuell ist die Reflexion des Statischen im Theater auch nur eine Variation der Reflexion des Körpers im Theater; Letzen Endes bliebe noch zu bemerken, dass "das Theater" natürlich streng genommen einer Definition bedürfte, zu allererst; Nun denn - Der Begriff wurde hier extrem weit gefasst verwendet und umfasst im Grunde jegliche performative Kunstdarbietung, wobei der Grad der Medialisierung eher gering sei, bzw. der entscheidente Teil des Gesamtwerkes derjenige sei, welcher dem transitorischem Moment unterworfen ist. ]
ich möchte dazu schreiben und habe keine kategorie dazu;
man steht im wind und schaut auf das meer, der ort so ruhig, ein memorial, ganz sicher.
man schaut auf das meer und man weiß
dass hier die behelmten soldaten einst landeten,
nicht zuletzt dank robert capa,
oder vielleicht zuallererst dank robert capa;
in meinem kopf ist der d-day unausweichlich mit diesen photographien verknüpft, zuallererst,
zuallerallererst.
omaha beach ist so ruhig, und das bleiche gelb, das bleiche grün des grases auf den dünen,
das bleiche blau des meeres; es ist so unglaublich ästhetisch.
was man natürlich nicht sagt, sagen kann,
und doch;
das blut all jener die starben, dort, noch bevor sie an land gekommen waren vielleicht,
ist längst weggewaschen, und das meer ist beständig, und seine wellen brechen schon seit jahrtausenden immerwährend an dieser stelle.
(das meer ist auch eine gewalt, natürlich, nur nicht hier, nicht an diesem strand, nicht in diesen farben, am ende)
man steht, im rücken die grabmale, die namen all jener dort begrabenen, all jener dort gefallenen, deren körper nicht dort liegen, die nie gefunden wurden,
soeben hat man die worte gehört, die anne frank nach der botschaft der ankunft der alliierten in der normandie notiert hat, die hoffnung, die ihr all jene brachten, die dort landeten, all jene auch, die dort starben, ihre worte;
und vor einem das meer in einer kaum fassbaren dichotomie zum kriegsgräuel, das meer in seiner völligen friedfertigkeit, ruhe, stoischen wiederholung, in seiner ästhetik, am ende.
der boden in st pancras: dunkles holz.
züge; überhaupt die beste art zu reisen, sous la manche sind es zweieinhalb stunden,
es ist einfach ganz und gar unglaublich.
aber london: wie unglaublich warm es war, am abend meiner ankunft.
und am ufer der themse;
irgendwo im linken augenwinkel schwebt das london eye.
dann broadcast
in einem konzertsaal; das publikum sitzend.
seltsam zunächst aber dann
wenn man sich darauf einlässt
überwältigt es
vollkommen.
1.) Das Leben ist viel mehr Seifenoper als Seifenopern Seifenoper sein können.
2.) Aber dann sind da manchmal die Momente, die sind wie im Film.
3.) Zugfahren ist meine liebste Art zu Reisen.
4.) Es gibt Lieder, bei denen bleibt einem an bestimmten Stellen das Herz stehen.
5.) In meinem Haus, später: ein großes Badezimmer mit frei stehender Badewanne (mit Goldfüßen)
6.) Tunng: Bullets.
7.) “Das ist es: man kann sich nicht niederschreiben, man kann sich nur häuten.” Max Frisch, Stiller
8.) Rauchgebilde vor einer untergehenden Sonne.
9.) Stolz; ich weiß nicht, ob das wirklich eine gute Sache ist, letzten Endes.
10.) Ein Erzählband einer bestimmten Autorin ist (mit) das Beste, was auf dieser Welt je geschrieben wurde. Da ich diese Worte so liebe, will ich sie für mich allein und nenne den Namen ihrer Schöpferin nie [eine Ausnahme bisher.]
11.) Die Helvetica wird überbewertet.
12.) Ich finde: alles muss zelebriert werden (Regen, Musik, Picknicken)
13.) Die beste Stelle in B. war die verlassene Straße neben den Gleisen.
14.) Alles was cool oder lustig ist, wird uncool und unlustig, wenn es eine StudiVZ-Gruppe dafür gibt.
15.) Kaffee muss manchmal schwarz sein, damit man das Leben spürt.
16.) Götter dieser Welt (meiner): Krzysztof Kieslowski, Darren Aronofsky, Jim Jarmusch. Lars von Trier. Angela Schanelec. Elfriede Jelinek, Hilde Domin, I.R., Julio Cortázar. Serhij Zhadan. John Bramwell, Sven Regener. R. Busse. Heiner Müller.
17.) Integrale Bestandteile des Frühlings: Caprieis und Radlertrinken in den ersten Sonnenmomenten.
18.) Ich bewerte Menschen nach ihren Bücherregalinhalten, DVD-Sammlungen und auch nach der Musik, die sie hören.
19.) Formfetischismus.
20.) Die Poesie von Industrieruinen!
21.) Baden in Seen und im Meer, in Flüssen. Nicht in Schwimmbädern.
22.) Ich glaube: Liebe ist nicht exklusiv.
23.) Was bitteschön ist ein Schlafrhythmus?
24.) “I accept Chaos. I’m not sure whether it accepts me” Jude/Cate/Bob Quinn/Blanchett/Dylan
25.) Gute Worte dieser Welt: Wildwechsel, Treibholz, Phlox, Übersee, surrender, Tennessee. Orinoco!
26.) 50 Dinge sind zu viel und zu wenig zugleich.
27.) Religion ist zuallererst Hingabe. Deswegen kann ich nicht sagen, ich sei nicht religiös. Ich gebe mich hin: der Musik, der Entgrenzung.
28.) Ich habe ein unglaublich großes Faible für Trash. Der beste Burton-Film? Mars Attacks! Musik von Freezepop? Grandios.
29.) “Arrogant” und “ignorant” sind zwei Worte, die mich manchmal ziemlich gut beschreiben.
30.) Und Ignoranz ist dabei so ziemlich die schlimmste Eigenschaft, die man haben kann.
31.) Zu allem was geschieht / mir erzählt wird / ich sehe, kann ich irgendwie eine Verknüpfung zu einem Werk herstellen, “in diesem Buch…” “das ist jetzt wie in dem und dem Film…” “Oh, wie in jenem Lied!”
32.) Ich möchte bitte die Kameraarbeit aus “Soy Cuba” heiraten.
33.) Es gibt ein Lied von Pink Floyd, das meinen Namen trägt. Seit dem ich das weiß, bin ich mit ihm voll und ganz versöhnt.
34.) Mein Geld gebe ich aus für: Konzerte und Bücher.
35.) Und Reisen.
36.) “Vielleicht ist alles nur durch die Sehnsucht verbunden”. Cornelia Funke
37.) Was habe ich nur für ein Gedächtnis.
38.) Wie du dich kleidest; nenn es Mode; Mode – ist nicht Kunst. Eher: Typographie. [Jeans sind dann Times New Roman]
39.) Ich war noch nie außerhalb Europas.
40.) Es gibt nur wenige wirklich lustige Filme auf dieser Welt. Zum Beispiel: “Annie Hall” und “Du Levande”
41.) Heimat ist ein Zustand. ein Innerer. Finde den Punkt an dem du dir selbst du selbst bist.
42.) Plädoyer für die Aufwertung des Wortes “eh”!
43.) Es ist unglaublich unhöflich, im Beisein anderer Menschen SMS zu verschicken.
44.) Manchmal habe ich Lust auf Mentholzigaretten.
45.) “Man möchte immer eine große Lange / Und dann bekommt man eine kleine Dicke / Ssälawih -!” Theobald Tiger
46.) Wofür ich die deutsche Sprache liebe: dass sie Worte hat für “Sehnsucht”, “Ohrwurm”, “verschlafen”
47.) Sommer: der erste (oder ein) Vogel im Baum während man zu Bett geht. Hinter den Zweigen wäscht die Nacht zum Tag aus.
48.) Ich glaube an eine Einzigartigkeit von “Live”.
49.) Der beste Titel, der je einem Dramentext gegeben wurde: “A streetcar named desire”. Und dann nennt der Mensch sich auch noch Tennessee Williams.
50.) Diese Liste lässt mich drei mal prätentiöser und vier mal absoluter erscheinen als ich es letzten Endes bin.
Ich bin gelangweilt von der ständigen Handkamera. Es gibt zweifelsohne ein ästhetisches Konzept aber wenn dieses sich auf bloße Authentizität beruft, dann ist das einfach nicht genug.
Überhaupt, ich will keinen Realismus. Ich möchte Artifizialität, hochgradige Artifizialität.
Ich möchte Filme, die mit dem Bewusstsein gemacht werden, dass sie Filme sind!
The medium is… und so.
Und natürlich meine ich damit nicht, dass ein übermäßig hohes Budget vorhanden sein muss, um einen solchen Film zu machen, damit man alles für CGI-Effekte ausgeben kann. Gerade das nicht (Auch wenn das aufgehen kann. z.b. “Dark Knight”).
Aber ich mag.
Mehr Filme wie Angela Schanelecs Nachmittag, der in seiner Art so durch und durch wiedernatürlich ist.
Also ich meine… verwenden wir das Unwort: unkonventionell. Kein Schuss/Gegenschuss, und die Kamera folgt nicht, folgt den Leuten nicht, wenn sie den Bildausschnitt verlassen.
auch in “Ferien” von Thomas Arslan.
Und überhaupt, ich finde gar nicht, dass die Filme der “Berliner Schule” zu tristtrauriginhaltslos sind.
Ich meine… wow! die Charaktere tun doch grandiose Dinge! Sich am Strand betrinken, tanzen. Einfach mal nach Marseille gehen für drei Wochen. In einem wunderbaren Haus in der freien Natur den Sommer verbringen.
Oder in einem Haus am See.
Ich meine. wow!
Natürlich geht es gar nicht darum, und vielleicht sind die Menschen isoliert, von einander, aber sie sind deswegen doch nicht unglücklich.
Am Ende ist nicht einmal Armin, der “Falsche Bekenner”, unglücklich. Als er verhaftet wird, grinst er. Und das Mädchen ist da.
Warum die Filme so eine Schlagkraft haben: weil sie so herrlich unprätentiös sind.
Weil sie aber trotzdem FILME sind. Artifiziell sind. Sie wollen nichts anderes sein, wollen Filme sein. Und das ohne große Handlung, ohne das Abfeuern eines Effektfeuerwerks, ohne Rekurs auf Melodramatik und Rollenklischees. Filme, die ganz bei sich sind.
Danke, danke nouvelle vague allemande.