london, notizen –

May 3rd, 2010 § 1

der boden in st pancras: dunkles holz.
züge; überhaupt die beste art zu reisen,
sous la manche sind es zweieinhalb stunden,
es ist einfach ganz und gar unglaublich.

aber london: wie unglaublich warm es war, am abend meiner ankunft.
und am ufer der themse;
irgendwo im linken augenwinkel schwebt das london eye.
dann broadcast
in einem konzertsaal; das publikum sitzend.
seltsam zunächst aber dann
wenn man sich darauf einlässt
überwältigt es
vollkommen.

ad bergman.

February 22nd, 2010 § 0

zum beispiel: am 31.7.2007 stieg ich in malmö aus dem zug, den halben tag hatten wir im zug quer durch dänemark verbracht. die nacht zuvor am fährhafenbahnhof puttgarden. von den zeitungen schrie uns laut entgegen: ingmar bergman ist gestern gestorben.

aber vor allem jener gedanke, der soeben aufblitzte, kurz: wie perfekt es eigentlich sein muss, als letzten film jenen zu drehen, der sich aufbaut auf einen deiner anderen filme, manche sagen: auf deinen bekanntesten, erfolgreichsten film (aber woran misst man das?).

zum beispiel sarabande. das kam in deutschland auch im fernsehen, damals. vielleicht 2003. ich war da jünger, bergman sagte mir wohl nichts. saß auf der couch meines vaters, schaute halb den film an, der dort lief, mit der frau meines vaters. und irgendwann sprach sie von ‘bergman’ und ’sarabande’. welch herrlich unbekanntes wort. dies war der erste bergmanfilm, den ich sah, wohl. zum beispiel das.

(21.01.2010)

orly.

February 16th, 2010 § 0

sechs eins zweinulleinsnull;
nach zwei weißen nächten; orly.
busundbahn durch berlin bis tegel, schnee.
und abflug im dunkel;
ankunft achtuhrfünfundvierzig; orly.
beweglicher boden und der blick durch endloses glas
und draußen die flache sonne
und die farben
und irgendwo eine ahnung paris;
sonne auf den dächern.

gedanken
ob der farben;
ein film müsse hier stattfinden,
ich fühle mich wie bei kieslowski.
die farben
und die intense stille.
stille nicht; ruhe.
und dann auch: tristesse.

(gelesen, soeben:
orly, angela schanelec;
der film ist schon)

welchen raum für worte —

August 4th, 2009 § 4

ich schreibe listen;
welche bücher will ich mitnehmen, für das jahr?
ich liste auf – das tagebuch, das notizbuch (das neue und das alte), das filmtagebuch, das reisetagebuch, das buchstellennotizbuch, das gedichtenotizbuch, das schreibbuch, das andere schreibbuch, den skizzenblock.
zehn an der zahl;
ich liste auf – einen gewissen erzählband, serhij zhadan – depeche mode, alfred döblin – berlin alexanderplatz, julio cortázar – passatwinde.
vier mal vollendete worte.
ich nehme mir vor: es dürfen am ende nicht mehr als zehn bücher, also schon geschriebene bücher, im koffer sein.
nehme ich wirklich
zwanzig bücher mit? allein, welches sollte ich zurücklassen?
und wer braucht schon kleidung?

(ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich auch noch die musik
auf kassetten
oder gar schallplatten
in die koffer—)

notiz zu malmö.

July 28th, 2009 § 1

ich mochte es, dort anzukommen.
immer sonne.
es fühlte sich nie wirklich an wie schweden, allerdings.
eine art transitzone. anreise, abreise. unwirklich,
zeit scheint nicht zu existieren, und die sonne ist zu hell, nur überbelichtete erinnerungsbilder bleiben.
(die sonne schien gar nicht immer, natürlich, das picknick mit den enten im park, wo war sie da?)
malmö ist immer ein bisschen reisen überhaupt,
kein ankommen an sich, kein abreisen an sich, es ist alles schon immer
in der anwesenheit an diesem ort inbegriffen.