“Das ist jetzt nicht so wichtig”, sagt Maike schnell.
“Immer wenn’s nicht so wichtig ist, geht es um Sex oder Nazis!”, kräht Liam.
“Sei nicht oberschlau!”, sagt Maike.
Sofort wirft Liam die Gabel beiseite.
“Die Nazis haben Drahtseile über die Straßen gespannt, um den Amis im Cabrio den Kopf abzuschneiden. Das hab ich im Fernsehen gesehen!”
“Iss deinen Broccoli”, sagt Sebastian.
“Das ist Rucola“, sagt Maike.Juli Zeh, Schilf
drahtseilakt.
February 27th, 2010 § 0
(vom begreifen) ohne worte (selbst zu schreiben)
February 12th, 2010 § 2
und komme doch nicht umhin;
(angenommen sie las das weblog, oder das buch, und es gefiel ihr so unglaublich gut, dass sie “sowas” schreiben wollte.
aber warum. schreibt sie es dann ab. man möchte schreiben, ein buch schreiben, natürlich, aber: warum schreibt sie dann nicht, sondern schreibt ab. (warum schreibt sie dann nicht alles selbst, sondern schreibt teile ab. so müsste dieser satz natürlich heißen). erstens: bekunde ich dadurch respekt vor dem geliebten werk? nein, so nicht. zweitens: wenn es ein ansporn war um zu schreiben, dann kann es doch nicht befriedigen, die worte einfach abzuschreiben, das kann doch gar nicht sein.
und wenn sie sagt sie müsse sich ausdrücken, das alles schreiben, ja natürlich, kann ich nachvollziehen, sehr gut sogar, aber; wenn es ein anderer war, der die worte fand, die einen ausdrücken, wie kann man dann auf die idee kommen, sich diese worte anzueignen; sie drücken einen doch ohnehin schon aus. und wenn sie es nur annährend tun, und man präzisieren möchte: immer gerne, aber – dann sollte man sie sich nicht nur aneignen, sondern auch weitertragen, transformieren, verbessern, und dann würde ich auch nichts dagegen sagen, denn dann wären sie in gewisser weise eigen. ihr eigen.
angenommen, sie entdeckte die worte des anderen erst, als sie gezielt nach etwas suchte, dass ihrem text “mehr autentizität” verleihen würde. was ein eingeständnis; ich merke, ich selbst kann es nicht aufschreiben, ich brauche andere worte. nicht verwerflich, wären sie inspiration gewesen. aber statt sich von ihnen zu eigenen worten führen zu lassen, hat sie sie einfach abgeschrieben.
“ich habe das gefühl, dass ich ganz viel produzieren muss” – das sind dann letzten endes doch nur schale worte, wohl.)
es ist mir vollkommen unbegreiflich, ich meine das wortwörtlich, ich kann es nicht fassen mit meinem kopf und auch nicht in worte, vielleicht; was zum teufel ist bei ihr der “schreibprozess”.
nachtrag: achso, es ist intertextuell. mhm.
vielleicht;
January 11th, 2010 § 0
Wir müssen jetzt noch über die Brücke, zur Kirche abbiegen, und nach ein paar Blocks kommen wir auf den Platz, dort müssen wir noch einmal über die Straße und dann im Eingang mit dem Turm verschwinden und wenn wir Glück haben und uns niemand aufhält, dann geht das Leben noch ein paar Stunden weiter, vielleicht bis zum Mittagessen.
Serhij Zhadan, Depeche Mode
oh serhij —
December 8th, 2009 § 0
So oder so hängt alles an der Musik – deine Bekanntschaften und deine schlechten Gewohnheiten, wie du im Bett bist und wen du wählst und ob du überhaupt wählen gehst.
serhij zhadan, anarchy in the ukr
Innere Organe und Weblogs
October 16th, 2009 § 2
Der Name der Aktion ist irgendwie leicht langweilig, aber nichtsdestotrotz ist es eine formidable Idee…
Ze zurrealism itself
- für wunderbare Texte mit dem genau richtigen Grad an Bissigkeit; und für alle, die schon immer wussten: Hesse lesen ist unnötig!
Plastikleben
- sprachlich mit meine liebste Lektüre, der Alltag so herrlich ins Sprache eingefangen. Hier sei stellvertretend Großartig, wie ich mit acht dachte erwähnt.
Mare Litterarum
- Eine Assoziationskette zweier Schreiberinnen, immer abwechselnd, vom vorherigen Text inspiriert, ein feiner Stream of Consciousness; Eskapisimi & Eklatisimi
Regendach
- Das schöne Leben strahlt so sehr aus diesen Worten(über Küsten- und Windkarten, zum Beispiel)
Ein Buch muss die Axt sein
- Endlich ein gutes, schönes, lesenswertes Weblog über Bücher. Über Lyrik zum Anfassen hin bis zu herrlichen Verissen.
welchen raum für worte —
August 4th, 2009 § 4
ich schreibe listen;
welche bücher will ich mitnehmen, für das jahr?
ich liste auf – das tagebuch, das notizbuch (das neue und das alte), das filmtagebuch, das reisetagebuch, das buchstellennotizbuch, das gedichtenotizbuch, das schreibbuch, das andere schreibbuch, den skizzenblock.
zehn an der zahl;
ich liste auf – einen gewissen erzählband, serhij zhadan – depeche mode, alfred döblin – berlin alexanderplatz, julio cortázar – passatwinde.
vier mal vollendete worte.
ich nehme mir vor: es dürfen am ende nicht mehr als zehn bücher, also schon geschriebene bücher, im koffer sein.
nehme ich wirklich
zwanzig bücher mit? allein, welches sollte ich zurücklassen?
und wer braucht schon kleidung?
(ich stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich auch noch die musik
auf kassetten
oder gar schallplatten
in die koffer—)