drahtseilakt.

February 27th, 2010 § 0

“Das ist jetzt nicht so wichtig”, sagt Maike schnell.
“Immer wenn’s nicht so wichtig ist, geht es um Sex oder Nazis!”, kräht Liam.
“Sei nicht oberschlau!”, sagt Maike.
Sofort wirft Liam die Gabel beiseite.
“Die Nazis haben Drahtseile über die Straßen gespannt, um den Amis im Cabrio den Kopf abzuschneiden. Das hab ich im Fernsehen gesehen!”
“Iss deinen Broccoli”, sagt Sebastian.
“Das ist Rucola“, sagt Maike.

Juli Zeh, Schilf

schreibt schreiben worte —

February 23rd, 2010 § 0

schreibtschreibenworte

wordle via achtmilliarden.

ad bergman.

February 22nd, 2010 § 0

zum beispiel: am 31.7.2007 stieg ich in malmö aus dem zug, den halben tag hatten wir im zug quer durch dänemark verbracht. die nacht zuvor am fährhafenbahnhof puttgarden. von den zeitungen schrie uns laut entgegen: ingmar bergman ist gestern gestorben.

aber vor allem jener gedanke, der soeben aufblitzte, kurz: wie perfekt es eigentlich sein muss, als letzten film jenen zu drehen, der sich aufbaut auf einen deiner anderen filme, manche sagen: auf deinen bekanntesten, erfolgreichsten film (aber woran misst man das?).

zum beispiel sarabande. das kam in deutschland auch im fernsehen, damals. vielleicht 2003. ich war da jünger, bergman sagte mir wohl nichts. saß auf der couch meines vaters, schaute halb den film an, der dort lief, mit der frau meines vaters. und irgendwann sprach sie von ‘bergman’ und ’sarabande’. welch herrlich unbekanntes wort. dies war der erste bergmanfilm, den ich sah, wohl. zum beispiel das.

(21.01.2010)

orly.

February 16th, 2010 § 0

sechs eins zweinulleinsnull;
nach zwei weißen nächten; orly.
busundbahn durch berlin bis tegel, schnee.
und abflug im dunkel;
ankunft achtuhrfünfundvierzig; orly.
beweglicher boden und der blick durch endloses glas
und draußen die flache sonne
und die farben
und irgendwo eine ahnung paris;
sonne auf den dächern.

gedanken
ob der farben;
ein film müsse hier stattfinden,
ich fühle mich wie bei kieslowski.
die farben
und die intense stille.
stille nicht; ruhe.
und dann auch: tristesse.

(gelesen, soeben:
orly, angela schanelec;
der film ist schon)

(vom begreifen) ohne worte (selbst zu schreiben)

February 12th, 2010 § 2

und komme doch nicht umhin;

(angenommen sie las das weblog, oder das buch, und es gefiel ihr so unglaublich gut, dass sie “sowas” schreiben wollte.
aber warum. schreibt sie es dann ab. man möchte schreiben, ein buch schreiben, natürlich, aber: warum schreibt sie dann nicht, sondern schreibt ab. (warum schreibt sie dann nicht alles selbst, sondern schreibt teile ab. so müsste dieser satz natürlich heißen). erstens: bekunde ich dadurch respekt vor dem geliebten werk? nein, so nicht. zweitens: wenn es ein ansporn war um zu schreiben, dann kann es doch nicht befriedigen, die worte einfach abzuschreiben, das kann doch gar nicht sein.
und wenn sie sagt sie müsse sich ausdrücken, das alles schreiben, ja natürlich, kann ich nachvollziehen, sehr gut sogar, aber; wenn es ein anderer war, der die worte fand, die einen ausdrücken, wie kann man dann auf die idee kommen, sich diese worte anzueignen; sie drücken einen doch ohnehin schon aus. und wenn sie es nur annährend tun, und man präzisieren möchte: immer gerne, aber – dann sollte man sie sich nicht nur aneignen, sondern auch weitertragen, transformieren, verbessern, und dann würde ich auch nichts dagegen sagen, denn dann wären sie in gewisser weise eigen. ihr eigen.

angenommen, sie entdeckte die worte des anderen erst, als sie gezielt nach etwas suchte, dass ihrem text “mehr autentizität” verleihen würde. was ein eingeständnis; ich merke, ich selbst kann es nicht aufschreiben, ich brauche andere worte. nicht verwerflich, wären sie inspiration gewesen. aber statt sich von ihnen zu eigenen worten führen zu lassen, hat sie sie einfach abgeschrieben.

ich habe das gefühl, dass ich ganz viel produzieren muss” – das sind dann letzten endes doch nur schale worte, wohl.)

es ist mir vollkommen unbegreiflich, ich meine das wortwörtlich, ich kann es nicht fassen mit meinem kopf und auch nicht in worte, vielleicht; was zum teufel ist bei ihr der “schreibprozess”.

nachtrag: achso, es ist intertextuell. mhm.

et moi – qu’est-ce que je suis dans cette histoire – la ronde

February 10th, 2010 § 0

zeitlos.

February 7th, 2010 § 0

And as I watched the hours passing by,
clouds painting patterns on landscapes,
I thought: I want to create something,
something monumental.
And the final lines of the book I’ll never write
have been written long ago
and the monument shall exist in my mind,
an eternal imaginarium.

Pei Rhantaos