Filmtagebuch: das weiße Band.

March 20th, 2010 § 0

Ich führe ein Filmtagebuch, Filme die ich im Kino sehe, werden dort aufgelistet, Gedanken notiert (alle Filme, die ich sehe dort zu erfassen, würde den Rahmen sprengen). Von nun an hier Auszüge aus dieser Sammlung, den Anfang macht heute das weiße Band (die 13 Nominierungen beim deutschen Filmpreis würden, wenn man will, einen aktuellen Bezug herstellen). Wer den Film nicht sah, und noch sehen möchte, der sei hiermit vorgewarnt, darauf wird nach dem Klicken keine Rücksicht genommen.

Wie sehr auf die Bilder vertraut wird, ist grandios. Keine Musik außerhalb der in die Handlung eingebetteten (ja, sicherlich der alte Hut bei Haneke). Doch viel mehr: Das Licht. Vollkommen auf intradiegetische Lichtquellen wird vertraut, beinahe. Fackeln, Kerzen. Eine Türe, durch die ein Lichtschein fällt. Aus dem Schwarz heraus beginnt der Film; im Schwarz endet er. Dazwischen das weiße Band. In der Exposition wird es bereits eingeführt, später werden die Bänder geschnitten, vorbereitet für ihre Verwendung. Danach sind sie einige wenige Male zu sehen. Der Pastor wiederholt wortwörtlich die Worte, die er anfangs sprach. Das genügt, sie den ganzen Film über präsent zu halten. Namensgebend sind die Bänder auch, natürlich. Aber gebraucht hätte es das nicht unbedingt.
Als ihr klein wart, hat eure Mutter euch bisweilen ein Band ins Haar oder um den Arm gebunden. Seine weiße Farbe sollte euch an Unschuld und Reinheit erinnern.

Wie immer bei Haneke: Die Kamera schaut zu, sie beobachtet nicht einmal, oder nur sehr still. Sie ist Zeuge. Sie verfolgt nicht, sucht nicht. Macht den Film ruhig, macht den Film unerträglich.

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arbeit ist hoffnung.

March 18th, 2010 § 1

[...] und gehe weiter in die Landschaft, die keine andere Arbeit hat als auf das Verschwinden des Menschen zu warten.

Heiner Müller, der Auftrag

(fliegen); zwei mit einer —

March 4th, 2010 § 0

Ich weiß jetzt meine Bestimmung. Ich werfe meine Kleider ab, auf das Äußere kommt es nicht mehr an. Irgendwann wird DER ANDERE mir entgegenkommen, der Antipode, der Doppelgänger mit meinem Gesicht aus Schnee. Einer von uns wird überleben.

Heiner Müller, (der Mann im Fahrstuhl); Der Auftrag