(vom begreifen) ohne worte (selbst zu schreiben)

February 12th, 2010 § 2

und komme doch nicht umhin;

(angenommen sie las das weblog, oder das buch, und es gefiel ihr so unglaublich gut, dass sie “sowas” schreiben wollte.
aber warum. schreibt sie es dann ab. man möchte schreiben, ein buch schreiben, natürlich, aber: warum schreibt sie dann nicht, sondern schreibt ab. (warum schreibt sie dann nicht alles selbst, sondern schreibt teile ab. so müsste dieser satz natürlich heißen). erstens: bekunde ich dadurch respekt vor dem geliebten werk? nein, so nicht. zweitens: wenn es ein ansporn war um zu schreiben, dann kann es doch nicht befriedigen, die worte einfach abzuschreiben, das kann doch gar nicht sein.
und wenn sie sagt sie müsse sich ausdrücken, das alles schreiben, ja natürlich, kann ich nachvollziehen, sehr gut sogar, aber; wenn es ein anderer war, der die worte fand, die einen ausdrücken, wie kann man dann auf die idee kommen, sich diese worte anzueignen; sie drücken einen doch ohnehin schon aus. und wenn sie es nur annährend tun, und man präzisieren möchte: immer gerne, aber – dann sollte man sie sich nicht nur aneignen, sondern auch weitertragen, transformieren, verbessern, und dann würde ich auch nichts dagegen sagen, denn dann wären sie in gewisser weise eigen. ihr eigen.

angenommen, sie entdeckte die worte des anderen erst, als sie gezielt nach etwas suchte, dass ihrem text “mehr autentizität” verleihen würde. was ein eingeständnis; ich merke, ich selbst kann es nicht aufschreiben, ich brauche andere worte. nicht verwerflich, wären sie inspiration gewesen. aber statt sich von ihnen zu eigenen worten führen zu lassen, hat sie sie einfach abgeschrieben.

ich habe das gefühl, dass ich ganz viel produzieren muss” – das sind dann letzten endes doch nur schale worte, wohl.)

es ist mir vollkommen unbegreiflich, ich meine das wortwörtlich, ich kann es nicht fassen mit meinem kopf und auch nicht in worte, vielleicht; was zum teufel ist bei ihr der “schreibprozess”.

nachtrag: achso, es ist intertextuell. mhm.

§ 2 Responses to “(vom begreifen) ohne worte (selbst zu schreiben)”

  • J. says:

    ja; ein bisschen dürfen sie bleiben, meine träume von unwahrscheinlichkeiten… meine hoffnung hatte schon immer einen langen atem.

    ich habe obriges in der zeitung gelesen und mich hat es ebenso schockiert wie dich. unbegreiflich sowas.

  • J. says:

    wie wunderschön: dass du mir das orangenmädchen zitieren wolltest. das ist eines der wenigen bücher, bei denen ich an manchen stellen gänsehaut bekomme. ich muss es mal wieder lesen. danke,dass du mich daran erinnerst hast!

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