Ich bin gelangweilt von …

April 8th, 2010 § 0

Ich bin gelangweilt von der ständigen Handkamera. Es gibt zweifelsohne ein ästhetisches Konzept aber wenn dieses sich auf bloße Authentizität beruft, dann ist das einfach nicht genug.
Überhaupt, ich will keinen Realismus. Ich möchte Artifizialität, hochgradige Artifizialität.
Ich möchte Filme, die mit dem Bewusstsein gemacht werden, dass sie Filme sind!
The medium is… und so.

Und natürlich meine ich damit nicht, dass ein übermäßig hohes Budget vorhanden sein muss, um einen solchen Film zu machen, damit man alles für CGI-Effekte ausgeben kann. Gerade das nicht (Auch wenn das aufgehen kann. z.b. “Dark Knight”).
Aber ich mag.
Mehr Filme wie Angela Schanelecs Nachmittag, der in seiner Art so durch und durch wiedernatürlich ist.
Also ich meine… verwenden wir das Unwort: unkonventionell. Kein Schuss/Gegenschuss, und die Kamera folgt nicht, folgt den Leuten nicht, wenn sie den Bildausschnitt verlassen.
auch in “Ferien” von Thomas Arslan.

Und überhaupt, ich finde gar nicht, dass die Filme der “Berliner Schule” zu tristtrauriginhaltslos sind.
Ich meine… wow! die Charaktere tun doch grandiose Dinge! Sich am Strand betrinken, tanzen. Einfach mal nach Marseille gehen für drei Wochen. In einem wunderbaren Haus in der freien Natur den Sommer verbringen.
Oder in einem Haus am See.
Ich meine. wow!

Natürlich geht es gar nicht darum, und vielleicht sind die Menschen isoliert, von einander, aber sie sind deswegen doch nicht unglücklich.

Am Ende ist nicht einmal Armin, der “Falsche Bekenner”, unglücklich. Als er verhaftet wird, grinst er. Und das Mädchen ist da.

Warum die Filme so eine Schlagkraft haben: weil sie so herrlich unprätentiös sind.
Weil sie aber trotzdem FILME sind. Artifiziell sind. Sie wollen nichts anderes sein, wollen Filme sein. Und das ohne große Handlung, ohne das Abfeuern eines Effektfeuerwerks, ohne Rekurs auf Melodramatik und Rollenklischees. Filme, die ganz bei sich sind.
Danke, danke nouvelle vague allemande.

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