ich möchte dazu schreiben und habe keine kategorie dazu;
man steht im wind und schaut auf das meer, der ort so ruhig, ein memorial, ganz sicher.
man schaut auf das meer und man weiß
dass hier die behelmten soldaten einst landeten,
nicht zuletzt dank robert capa,
oder vielleicht zuallererst dank robert capa;
in meinem kopf ist der d-day unausweichlich mit diesen photographien verknüpft, zuallererst,
zuallerallererst.
omaha beach ist so ruhig, und das bleiche gelb, das bleiche grün des grases auf den dünen,
das bleiche blau des meeres; es ist so unglaublich ästhetisch.
was man natürlich nicht sagt, sagen kann,
und doch;
das blut all jener die starben, dort, noch bevor sie an land gekommen waren vielleicht,
ist längst weggewaschen, und das meer ist beständig, und seine wellen brechen schon seit jahrtausenden immerwährend an dieser stelle.
(das meer ist auch eine gewalt, natürlich, nur nicht hier, nicht an diesem strand, nicht in diesen farben, am ende)
man steht, im rücken die grabmale, die namen all jener dort begrabenen, all jener dort gefallenen, deren körper nicht dort liegen, die nie gefunden wurden,
soeben hat man die worte gehört, die anne frank nach der botschaft der ankunft der alliierten in der normandie notiert hat, die hoffnung, die ihr all jene brachten, die dort landeten, all jene auch, die dort starben, ihre worte;
und vor einem das meer in einer kaum fassbaren dichotomie zum kriegsgräuel, das meer in seiner völligen friedfertigkeit, ruhe, stoischen wiederholung, in seiner ästhetik, am ende.
und heute ist der achte mai.